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Making Herrlichkeit – Umwandlung eines Parkhauses in Hamburg
Masterthesis, 5. Semester | Betreuung: Hank Hildebrandt (UC), Diane Ziegler

Die Stadtplanung der Nachkriegszeit führte zusammen mit der steigenden Anzahl privater Autos zu einem Bauboom von mehrstöckigen Parkhäusern in Deutschland, die auch heute noch häufig im Stadtbild vertreten sind. Ein Beispiel dafür ist das Parkhaus Herrlichkeit, zentral gelegen am Ufer des Alsterfleets am Hamburger Rödingsmarkt. Hinter seiner schlichten 1960er Fassade liegt ein unerwartetes architektonisches Juwel: Ein zentrales Atrium verbindet mit einer Doppelhelix-Erschließungsspindel alle Stockwerke und wird von einer 15 Meter weiten kunstvollen Kuppel überdacht. Durch blumenförmig angeordnete Glasbausteine gelangt diffuses Licht und gibt dem Raum eine sakrale Anmutung.

In meinem Entwurf habe ich dem Parkhaus Herrlichkeit eine neue Funktion gegeben, indem ich das Gebäude in eine Kreativwerkstatt für Künstler*innen, Kulturschaffende und Kreative verwandelt habe. Diese neue Funktion bietet auf acht Stockwerken Ateliers, Werkstätten und Proberäume, sowie auch zahlreiche Angebote für Besucher*innen wie Workshops und kreative Dienstleistungen, ausleihbare Werkzeuge und Instrumente, einen Marktplatz und Gastronomiebetriebe.

Um den Raum auch im Hamburger Klima nutzen zu können, bilden eine ETFE-Folie und eine simple Holz-Polycarbonat-Konstruktion eine temporäre thermische Hülle.

Die zwei größten architektonischen Eingriffe lassen durch ein neues Atrium Licht ins Gebäudeinnere und geben dem Parkhaus sein neues markantes Amphitheater. Diese parasitäre architektonische Ergänzung bricht zu Teilen aus dem Gebäude heraus und signalisiert so seiner Umgebung die Transformation zur neuen Nutzung. Die bestehende Rampe wird zur Galerie. Durch die zwei Veranstaltungsorte werden alle verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten zusammengeführt. Auf diese Weise wird das ehemalige Parkhaus mit neuem Leben gefüllt und kann eine aktive Rolle in der Revitalisierung der Hamburger Altstadt spielen, wobei sein ursprünglicher architektonischer Wert weiterhin erhalten bleibt.